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Spielend lernen

Frau Simonis überlegt, wie sie zum Thema Gedanken und Erfahrungen sammelt. Ja - das hält sie für gut: mit einem Bericht von früher beginnen. Wie hat ihre Mutter davon erzählt. Es war einmal zur Kinderzeit der Mutter gab es kein Fernsehen, natürlich keinen Computer und nicht jeder hatte ein Telefon. Gewiss gab es ein Radio, aber eigentlich keine Sendungen für Kinder und doch hatten sie keine Langeweile. Nachdenklich meinte dann die Mutter: wir sind eingestiegen, in die Spiele, die gespielt wurden. Unsere Phantasie füllte unser Leben aus. Jeder hatte sein persönliches Bild von Rotkäppchen, es war nicht vorgesehen. ja - wir spielten mit den Geschwistern, mit den Eltern, mit Freunden - so fährt sie fort. Es wurde überlegt, wie die kleine Schwester in die Spiele integriert werden konnte, wie sie Harriet, bei der das eine Bein nicht richtig mitwuchs, mit ins Spiel nahmen und Erwin musste erst lernen, das kleine Messer, was er immer bei sich trug, nicht zu zücken. Und als der Vater sich da mal einmischen wollte, wurde ihm gesagt: das regeln wir Kinder. Wir hatten ständig Lust für das Spiel. Wie nun ist heute Spiellust zu wecken? Frau Simonis geht davon aus, dass in jedem Menschen, Erwachsenen wie Kind ein Hang zum Spielen schlummert; also ist nur dieser Hang freizulegen. Sie versucht, aus Geschichten das WIE herauszufiltern. Spricht sie den Erwachsenen an, der über Spiellust verfügt, dann möchte sie ihm sagen: du musst ein Kind dort abholen, wo es ansprechbar ist. Und das kann heute heissen: beim Computer, beim Fernsehen. Begriffe von dort können auch in einem einfachen Würfelspiel vorkommen. Ein wenig Mühe macht das vielleicht. Die Zeit mit ins Spiel hineinnehmen Als Frau Simones Maxi, den wir schon kennen, trifft, fragt sie ihn:"Spielt Deine Oma manchmal mit Dir?" Und Maxi erzählt spontan, wie gut sie miteinander spielen können. Er lässt sich gern von früher erzählen und - seine Stimme klingt ganz begeistert: “Meine Oma geht mit mir einkaufen und dann muss ich ihr zeigen, was ich gern spiele und dann bittet sie mich, dass ich es ihr beibringe.” So eine Oma ist ja echt gut, denkt Frau Simones. Und für Freitag Abend ist ein gemeinsames Spiel angesetzt. Das neue wird eingeweiht. Die Oma hat die Gewinne mitgebracht; der Vater hat die Spielregeln studiert und führt Regie. Die Mutter ist dabei und diesmal sogar der grosse Bruder. Es wird ein vergnüglicher Abend und als Maxi Frau Simones trifft, erzählt er ihr von dem schönen Abend. Und Marianne in ihrer Geschichte Marianne - sie denkt ein wenig langsamer als andere und es ist noch nicht entschieden, ob sie leicht geistig behindert ist oder eine Lernschwäche auszugleichen hat. Aber ihr Eifer ist gross und das weiss die Mutter und versucht ein Spiel zu bekommen, in dem sie die Vertrautheit mit Strassen lernt; dazu gehört auch das Überqueren von Strassen. Trotz Bemühen findet die Mutter nicht das richtige Spiel und so beschliesst sie und teilt es ihrer Tochter mit: “Wir stellen unser Spiel selbst her und zwar mit den Strassen und Übergängen, die wir kennen. Vielleicht hilft uns deine Cousine Anna, die ja für so etwas begabt ist.”Es wird ein nachdenkliches Spiel, für das sich immer wieder Interessenten einstellen. Nicka, der ein richtiger Junge sein will Micka, der für längere Strecken einen Rollstuhl braucht ,sucht mehr das forsche Spiel und er möchte dazu Jungen einladen." nun, die Mutter ist einverstanden aber als er seinen Freunden davon erzählt, wie sich die Mutter das Spiel vorstellt: “Wir setzen uns an einen Tisch und münzen Waghalsigkeit in ein Spiel um. Der Vater möchte auch gern mitspielen.” Da weiss er schon die Antwort seiner Freunde: “Na, das kann ja nur langweilig sein.” Und als er versucht, seiner Mutter das beizubringen, lächelt sie nur und meint:"Wir wollen mal sehen, ob das langweilig wird. Von uns hängt es ab, wie wir das gestalten. Ich denke, jeder verkleidet sich und spielt während der Zeit seine Rolle." Und als sie sich trennen, fragen sie: wann spielen wir wieder`: Irmgard ist gern in der Familie von Friderike Irmgard ist mit ihrem Rollstuhl unterwegs und trifft Frau Simonis, die sie fragt: “Warst Du mal wieder bei Friderike?” “O ja,” so antwortet sie," ich liebe es, so in der Familie zu sein mit dem etwas frechen Hans und der freundlichen Susanne. Und die Eltern laden mich immer wieder ein."Während sie so miteinander gehen, berichtet Irmgard von dem schönen Spielnachmittag bei Friderikes Familie:" Jeder hat sich auf den Anderen eingestellt; für die kleinere Susanne wurde das Spiel vereinfacht. Eswäre unfair - so wurde gesagt - sie verlieren zu lassen, aber es wäre auch unfair, sie ein- fach gewinnen zu lassen. Ich bin Einzelkind und finde es schön, so zu einer Familie gehören zu können." Frau Simonis drückt auch ihre Freude aus, bevor sie sich von Irmgard verabschiedet. Auch bei Joachim spielt die Familie Joachim ist trotz seiner Gehbehinderung ein so sicherer Mensch und diese Sicherheit schenkt ihm die Familie bei allen brüderlichen Reibereien. Fr hat einen älteren und einen jüngeren Bruder. Die Eltern haben nicht immer Zeit. Die Mutter ist zwar viel daheim, aber sie schreibt für eine Zeitung und ist so viel in ihrem Zimmer beschäftigt. Und da freut sich Joachim, dass er am Familienleben von Conny und Micha teilnehmen darf, Armin, der sehr betreut wird, kommt nur hin und wieder mit. Am Sonntag sind sie eingeladen zu Conny und Micha zum Gartenfest.. Unterschiedliche Spiele sind angeboten. Die Plätze am grossen Tisch laden zum ausruhen und auch zu Spielen ein. Das Ratespiel ist auf die Kinder abgestimmt und es wird versucht, dass jeder einmal gewinnt. Conny, die an einer Muskelschwäche leidet hat nun wirklich genug; nimmt nicht mehr am Lampionumzug teil. Die Mutter hat es so eingerichtet, dass die Kinder immer wieder an ihr vorbeikommen und auch hier ist eine Frage zu beantworten. Und am Schluss hilft Conny ihrer Mutter beim Verteilen der Gewinne. Können Kinder heute spielen? Wer heute fragt: können Kinder spielen oder ist die Spiellust verlorengegangen - der stellt die Frage falsch, denn Kinder sind zu jeder Zeit spielbetont und es kann höchstens die Frage gestellt werden: wo liegt ihre Spiellust und wie ist sie zu wecken. Und jedes Kind wird sich freuen, wenn sich die Eltern Zeit nehmen und so ihre Zuneigung zeigen und allgemein bringen sie gern Freunde mit. Und behinderte Kinder unterscheiden sich in der Spiellust nicht von nichtbehinderten Kindern. In der Umsetzung ihr ist aber zu bedenken, wie unauffällige und sinnvolle Hilfe geschehen kann. Wer schon möchte unnötig umsorgt werden. Das Persönliche ist mit dem Gedanken der Gemeinschaft, in der das Spiel stattfindet, zu verbinden. In der Zuneigung müsste das gelingen. Dr. phil.. Ingeborg Hoffmann, Am Rosenanger 40, 13465 Berlin (Frohnau), Telefon 030/401 28 27



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