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Schiffreise

Leserbrief: Urlaub per Schiff
Nach längerem Zögern habe ich mich dazu entschlossen, Ihnen folgenden Sachverhalt mitzuteilen: Meine 33 Jahre alteTochter, um die es hier geht, leidet an der Werdning Hoffmannschen Erkrankung im Endstadium. Sie befindet sich in der Pflegestufe IV. Wegen einer starken Skoliose, die mit einer völligen Lähmung ihres ganzen Körpers einhergeht, kann sie nur liegend tansportiert werden. Dies bewerkstelligen wir seit Jahren recht gut mit einem Zwillingskinderwagen, der für zwei sich gegenübersitzende Kinder gedacht war. Der Dorfschmied hat mit wenig Aufwand eine durchgehende Fläche geschaffen, auf der meine Tochter liegen kann. Überlastungsprobleme gilbt es nicht. Meine Tochter wiegt ganze 29 kg. Soweit die Vorgeschichte. Im vergangenen Sommer wollten wir meiner Tochter etwas besonderes bieten als Belohnung für ein mit sehr gutem Erfolg bestandenes Universitätsexamen. Wir dachten insbesondere wegen der reinen Luft auf See an eine Kreuzfahrt. An dieser Stelle ist anzumerken, daß wir auf den besonderen Wunsch meiner Tochter in den vergangenen Jahren viele weite Reisen mit dem Wagen oder per Schiff unternommen haben.Sie kann in den langen Wintern nur gegen die Zimmerdecke gucken. Weil es diesmal etwas ganz besonderes sein sollte, haben wir eine Nordmeerreise mit der AROSA BLUE gebucht, und zwar am 13.4.2002 für die Zeit vom 13.bis zum 27.7.2002. Die Behinderung meiner Tochter und die Maße ihres Kinderwagens haben wir angegeben um Schwierigkeiten mit zu schmalen Türöffnungen und zu leinen Fahrstühlen zu vermeiden. Wegen des Beatmungsgeräts meiner Tochter haben wir auch angefragt, ob die Bordspannung 220 V beträgt. Am 17.4.2002 hat uns das Reisebüro die Buchung verbindlich bestätigt und in einem vierseitigen Fax sämtliche Daten und Maße übermittelt, die für einen Behinderten von Interesse sein können. Wir waren hocherfreut über Komfort und Bequemlichkeit des Schiffes. Diese Freude währte allerdings nur bis zum 26.4.2002. An diesem Tage rief uns eine Frau Korte von Seetours an, die mich nach einigem Herumdrucksen mit der Behauptung überraschte, daß sie über die Maße des Schiffes (Breite der Gänge, Größe der Lifte) leider keine Angaben machen könne, weil es noch umgebaut werde!! Mein Vorschlag, ihre Unwissenheit durch die Übersendung des Telefax des Reisebüros zu beheben, interessierte Frau Korte nicht. Vielmehr fragte sie mich nun, was wir machen würden, falls das Schiff sinken sollte. Meine Gegenfrage, was dann wohl die Behinderten machen würden, die eine der Behindertenkabinen gebucht hätten, ließ sie unbeantwortet. Dafür spielte sie ihren letzten Trumpf aus, indem sie mir zu bedenken gab, daß die Reederei schließlich für uns haften müsse (?). Als ich Haftungsausschluß bis auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit anbot, erhielt ich den Bescheid, daß dies nicht möglich sei. Frau Korte stellte zum Schluß in Aussicht, mich in einigen Tagen zu benachrichtigen, ob wir an der Kreuzfahrt teilnehmen können. Meinen Einwand, wir hätten doch bereits die verbindliche Zusage, nahm sie ohne Kommentar zur Kenntnis Einen Tag später, am 27.4.2002, habe ich auf Grund des geschilderten Telefongesprächs den Reiserücktritt erklärt. Im August sind wir mit der „COSTA MARINA" von Kiel nach St. Petersburg gefahren Diese Kreuzfahrt war vor allem wegen der Herzlichkeit der Besatzung und der Passagiere ein beglückendes Erlebnis für uns. Wir haben auf englischen, französischen, türkischen und italienischen Schiffen nie irgendwelche Schwierigkeiten wegen der Behinderung unserer Tochter erlebt, wenn man einmal davon absieht, daß ein Lift zu klein war. In diesem Fall waren die Mitglieder der Besatzung sich nicht zu schade, uns bei der Bewältigung der Treppe behilflich zu sein. Um so mehr hat uns das Verhalten von Seetours schockiert. Peter Hirt, Danziger Str.3, 37130 Gléichen. E-Mail peter.hirt@freenet.de


 


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