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Modern den Schmerz bekämpfen


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Modern den Schmerz bekämpfen

S C H M E R Z 

(dgk) Mehr als 300.000 Menschen erkranken jedes Jahr in
Deutschland an Krebs. Für viele Menschen ist die Diagnose
Krebs unmittelbar mit dem Gedanken an nahezu unerträgliche
Schmerzen verknüpft, Schmerzen, die scheinbar nicht zu beeinflussen
und damit zwingend notwendiger Bestandteil eines
Tumors sind. In der Tat leiden etwa 60 Prozent aller Krebspatienten
zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Erkrankung unter starken
und stärksten Schmerzen, und oft ist die Angst davor
genauso groß wie die vor dem Verlust einer Körperfunktion
durch den wachsenden Tumor.
Erfahrungsgemäß könnte allerdings mehr als 90 Prozent dieser
Patienten durch geeignete schmerzlindernde Medikamente geholfen
werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat
hierzu schon vor Jahren eine Empfehlung abgegeben, ab welcher
Schmerzintensität welche Schmerzmittel, so genannte Analgetika,
eingesetzt werden sollten. So sind bei schweren und
schwersten Schmerzen Morphin und andere opioidhaltige Medikamente
vorgesehen, die direkt an den Schaltstellen der
Schmerzwahrnehmung im Gehirn angreifen und ganz ähnlich
wie die körpereigenen Schmerzhemmstoffe (Endorphine) wirken.
Doch allzu häufig stehen die Patienten diesen Opioiden ablehnend
gegenüber. Zum einen fürchten sie, dass sie davon abhängig
werden könnten, zum anderen setzt sich bei ihnen der
Eindruck fest, der Arzt habe sie bereits aufgegeben, wenn er
solche Mittel verordnet. Doch beide Sorgen sind unbegründet,
wie wissenschaftliche Untersuchungen belegen und erfahrene
Schmerztherapeuten bestätigen.
Moderne opioidhaltige Schmerzmedikamente geben ihren
Wirkstoff nämlich nur sehr langsam ab. Dadurch wird verhindert,
dass es zu den von den Drogenabhängigen erwünschten
kurzzeitigen Glücksgefühlen überhaupt erst kommen kann.
Stellen sich diese aber nicht ein, ergibt sich auch keine Suchtgefahr.
Ein weiterer Vorteil der langen Wirkdauer dieser retardierten
Opioide ist, dass der Patient durch die seltenere Einnahme
nicht mehr so oft an seine Grunderkrankung erinnert wird.
So haben Untersuchungen an der Universitätsklinik Köln ergeben,
dass das Fentanyl-Schmerzpflaster, das seinen Wirkstoff
über die Haut abgibt und zu den neuesten Entwicklungen auf
dem Gebiet der Behandlung von Tumorschmerzen zählt, die
Lebensqualität der Patienten deutlich steigern kann. Für bis zu
72 Stunden werden damit die Schmerzen sicher gelindert.
Genauso wenig ist die Gabe von Opioiden ein zwingender
Hinweis auf das nahe Lebensende. Im Gegenteil sollen opioidhaltige
Schmerzmittel dem Patienten helfen, sein Leben so
lange wie irgend möglich genießen zu können. Das ist nur ohne
Schmerzen vorstellbar, denn allein so kann der Teufelskreis aus
Schmerz, Angst, Depression und Verzweiflung durchbrochen
werden. Opioide eigenen sich gerade für die Langzeitbehandlung
sehr gut, weil sie weder Nieren, Leber, Magen noch das
Blutbild schädigen. Eine effektive Schmerztherapie bildet die
Grundlage dafür, sich neben dem Krebsleiden auch wieder mit
anderen wichtigen Dingen des Lebens beschäftigen zu können.
Das Deutsche Grüne Kreuz gibt zum Thema „Keine Angst vor
Schmerzen" eine Patientenbroschüre heraus, die gegen Einsendung
eines mit 1,53 EURO freigemachten DIN A5-Rükkumschlags
angefordert werden kann bei
Deutsches Grünes Kreuz Stichwort: Chronische Schmerzen, Postfach 1207,
35002 Marburg



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